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The Love Bülow

Aus Liebe zum Spiel

Gar nicht so einfach, ein Genre für den eigenen Stil zu finden, wenn man zwischen allen Stühlen sitzt. The Love Bülow haben aus der Not eine Tugend gemacht - und mit dem Begriff "Indie-Rap" ihrem Sound einen Namen gegeben.

Schon der Bandname verrät, dass Schubladendenken nicht das Ding der fünf Berliner ist. The Love Bülow versteht sich zum einen als Huldigung jener Straße, in der der Proberaum der Band beheimatet ist, viel mehr jedoch ist es eine klare Referenz an „The Love Below“, André 3000s Beitrag zum 2003er OutKast-Doppelalbum, der die schräge Hitsingle „Hey Ya!“ hervorgebracht hat und sich auch sonst jeglicher Kategorisierungsversuche verweigerte.

Ähnlich entgrenzt der Singer-Songwriter-Pop auf „Menschen sind wie Lieder“, dem Debütalbum von The Love Bülow: So ganz können Gitarrist Michél Kollar, Drummer Golo Schmiedt und Bassist Juri Westermann ihren Rock-Background nicht verbergen, mit Keyboarder Jakob Unger gesellten sich hörbare Elektro-, Funk- und Souleinflüsse zum Klangbild.

„Und Rap ist der rote Faden, der das alles zusammenhält. Quasi das Bindeglied“, schließt MC Falk den Kreis. So wenig sich der Fünfer einer klassischen Subkultur zuordnen will, so differenziert versuchen die aus Berlin und Mecklenburg-Vorpommern stammenden Musiker, ihre Arrangements zu konzipieren.

„Ein extremes Szenepublikum können wir nicht bedienen“, so Michél Kollar, angehender Musikpädagoge, der neben TLB u.a. auch ein Jazzprojekt am Laufen hat. „Wir können und wollen uns ja nicht verbiegen. Am ehesten würden wir uns als Pop bezeichnen, wenn damit nicht auch so viel Schlechtes assoziiert werden würde.

Aber unser höchster Anspruch ist es, auch HipHop-Fans zum Kopfnicken zu bringen. Rap-Beats basieren ja selten auf Live-Instrumenten. Daher haben wir uns von Anfang an gesagt, dass unser Sound unglaublich sauber, transparent und tight sein muss.“

Mit dieser Haltung und dem Ansatz, alle Einflüsse zuzulassen, um sich nicht von vornherein selbst zu limitieren, hat es die 2008 gegründete Band weit geschafft: Im Spätsommer 2009 konnten sich The Love Bülow bei Berlins größtem Band-Contest „So klingt Berlin“ gegen 800 Konkurrenten durchsetzen, es folgte Platz Nummer eins beim „Styles and Skills“- Wettbewerb.

Heute werden The Love Bülow von ihrem Publikum nicht als „die Band-Contest-Band“ gefeiert, sondern in erster Linie wegen ihrer Stilvielfalt und Authentizität geschätzt. „Die Leute spüren, dass wir kein Fake, nicht Plastik, nicht durchkonstruiert sind“, so Michél.

„Und das wird anerkannt – egal, welcher Gruppe man sich angehörig fühlt. Wer ehrliche Musik macht, hat am Ende auch eine Chance, von anderen Genrehörern akzeptiert zu werden.“

Mit Songs wie „Du schweigst“ und „Lieblingslied“, kleinen Alltagsbeobachtungen in bester Storyteller-Tradition mit Trost spendendem Optimismus als Fundament haben sich The Love Bülow in die Herzen ihrer Fans gespielt – und gelten seitdem als heißeste Anwärter, in der Tradition von Acts wie Clueso, Pohlmann und Max Herre das nächste große Ding im Singer/Songwriter-Game zu werden. Hey ya!

Markus Werner

The Love Bülow
Menschen sind wie Lieder
Mam/H‘ART

"Menschen sind wie Lieder" von The Love Bülow bei mp3.saturn.de

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