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Sherlock Holmes – Spiel im Schatten

Kampf der Superhirne

Robert Downey Jr. und Jude Law heften sich in Regisseur Guy ritchies zweitem Teil zum genialen Blockbuster-Vergnügen an die Fersen von Widersacher Moriarty. 

Nach dem für alle Beteiligten etwas überraschenden Erfolg der von Regisseur Guy Ritchie für das 21. Jahrhundert ordentlich aufgebohrten Sherlock Holmes-Variante musste man kein Hellseher sein, um vorherzusehen, dass die Produktion für Teil zwei auf die Überholspur gebracht würde. Schließlich zündete Ritchies Mischung aus kreativ in Szene gesetzter Action, trockenem Humor und klassischer Detektivstory weit besser, als einige unkende Kritiker vermutet hatten. Die Tatsache, dass Teil zwei bereits fest eingeplant war, deutete sich gegen Ende des unterhaltsamen Reigens aus Action-Gag-Action-Gag bereits an, als Holmes-Nemesis Professor Moriarty in die Handlung eingeflochten wird. Dass sowohl Regisseur als auch Hauptdarsteller Robert Downey Jr. für die fixe Fertigstellung des nächsten Franchise-Teils jedoch gleich andere Verpflichtungen wie die Comicverfilmung „Lobo“ oder Favreaus „Cowboys & Aliens“ sausen ließen, zeigt nur, welchen hohen Stellenwert „Sherlock Holmes – Spiel im Schatten“ für die Beteiligten eingenommen hatte.

Genau diese Freude sprüht auch aus jeder Pore des zweiten Holmes/Watson-Abenteuers: Die Chemie zwischen Robert Downey Jr. und Jude Law ist perfekt, Ritchies visueller Einfallsreichtum bei Action­sequenzen ist mustergültig, die Geschichte des vorangegangenen Teils wird packend weitergesponnen. Zeit, den Ansatz von Teil eins zu überdenken, hat sich Ritchie keine genommen, stattdessen verfeinert er geschickt seine Erfolgsformel. Die Handlung prescht halsbrecherischer voran, die prächtigen Kulissen zeigen sich ausladender und mit Moriarty findet sich endlich ein Rivale auf Augenhöhe, dessen verbale Gefechte mit Holmes zu den Höhepunkten des Films gehören. Der Plot um Moriartys sinistre Pläne, die unter anderem multiple Assassinationen auf dem europäischen Festland beinhalten, erhöht dabei den Einsatz. Dabei erhält Holmes‘ Gegner eher das Format eines megalomanischen Bond-Bösewichts, als dass er wie der skrupellose zerebrale Schurke aus Conan Doyles Vorlage wirkt. Kurz: Das Sequel-Mantra „Höher, schneller, weiter, besser“ haben Ritchie und seine Crew definitiv beherzigt und entspinnen das Duell zwischen den beiden Superhirnen äußerst schlau.

Beginnend mit einem Einstieg, der sowohl die Fäden des ersten Teils aufnimmt als auch Neueinsteiger an die Hand nimmt, balanciert der Regisseur dabei geschickt die augenzwinkernden bis selbstironischen Szenen zwischen Holmes und Watson mit den spektakulär gelungenen Actionsequenzen aus. Und schafft es dabei sogar, die Charaktere seiner wichtigsten Figuren weiterzuentwickeln: Watsons Heirat mit der schon im ersten Teil leidgeprüften Mary Morstan (Kelly Reilly) und einige tiefere Einblicke in die Freundschaft zwischen Meisterdetektiv und Assistent setzen ein Gegengewicht zum actionreichen Daueradrenalinmodus an anderer Stelle.

Eines ist klar: Mit Doyles Sherlock Holmes-Original hat dieser Actionabenteuer-Blockbuster nur noch wenig gemein. Aber in Anbetracht derart hochkalibrigen Entertainments zusammen mit blendend aufgelegten Darstellern wie „Millennium Trilogie“-Lady Noomi Rapace als weibliche Begleitung des viktorianischen Ermittlerduos, Kultkopf Stephen Fry als Holmes-Bruder oder „Mad Men“-Mann Jared Harris als durchtriebener Moriarty lässt „Sherlock Holmes – Spiel im Schatten“ mit der modernen Fassung des berühtmen Detektivs aus der Baker Street wirklich keinerlei Wünsche offen.e
Eric B. Morten

Sherlock Holmes – Spiel im Schatten
USA 2011| Warner | VÖ: 04.05.
Regie: Guy Ritchie
Darsteller: Robert Downey Jr., Jude Law, Noomi Rapace, Rachel MacAdams
Features: k.A.

Fazit: Auch die hochunterhaltsame zweite Runde mit dem Meisterdetektiv ist geniales Popcornkino in Perfektion

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