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Seven

Pop mit Schweizer Seele

"Ich beginne in Deutschland komplett bei Null", konstatiert Seven korrekterweise, denn wer nicht gerade im unmittelbaren Grenzgebiet zur Schweiz lebt, hat bislang noch nichts von ihm gehört. "Das kann weh tun, es erfodert Zeit und Geld und birgt ein Risiko, denn ich weiß ja nicht, wie freundlich mich die Deutschen aufnehmen. Trotzdem will ich das jetzt unbedingt versuchen."

Seven heißt mit bürgerlichem Namen Jan Dettwyler und ist ein 32 Jahre alter, im schönen Luzern wohnhafter und ausgesprochen sympathischer Schweizer. In seiner Heimat ist er längst eine der größten nationalen Nummern überhaupt.

Schon kurz nachdem Jan im Jahr 2000 sein Debütalbum herausbrachte, durfte er im Vorprogramm von Destiny’s Child touren, später auch vor Lionel Richie, und mit seinem bisher erfolgreichsten Album „Like A Rocket“ erreichte er vor zwei Jahren den zweiten Platz der Schweizer Charts. Doch die Heimat ist klein, irgendwann hat man in jedem Almdorf gespielt, also steht jetzt die Expansion auf dem Programm.

Ohnehin hört man Dettwylers Songs die Herkunft ihres Interpreten und Komponisten nicht an. Seven macht sehr unschweizerische Musik. Natürlich singt er auf Englisch. Er ist ein klassischer Popsänger mit netter, relativ hoher Stimme, dessen Lieder eine gewisse Nähe zu US-amerikanischen Soulproduktionen aufweisen, gleichzeitig recht leicht verdaulich sind.

Was soll man sagen? Vielleicht eine Mischung aus John Legend und Sasha. „Mein Bruder gründete mit 14 eine Acid-Funk-Band“, erzählt Jan, der als Sohn einer Pianistin und eines Tenors einschlägig aufwuchs, „ich war acht und wurde Sänger.“ Bis Anfang 20 war er mit der Gruppe unterwegs, dann gründete er sein eigenes Ding, Seven.

„Es gab für mich nie den bewussten Punkt der Entscheidung für die Musik. Diesen Beruf zu ergreifen, war das Normaleste auf der Welt.“ Für den anvisierten deutschen Markt hat Seven die besten Songs seiner bisherigen vier Schweiz-Alben neu abgemischt und teilweise auch neu eingesungen und auf dem Album „Focused“ versammelt. Wir bekommen also quasi das Seven-Konzentrat.

„Das ist kein klassisches Best Of-Album, sondern wir haben die Qualität der bisherigen Aufnahmen hochgeschraubt.“ Seven, der verheiratet ist mit einer Halbkenianerin (jedes Jahr verbringt er sechs Wochen in der Heimat seiner Frau, um anständig abzuschalten und gut zu essen) und einen kleinen Sohn hat, macht eindeutig Musik für Erwachsene. Speziell: für erwachsene Frauen.

„Ich will nicht leugnen, dass die Initiative zum Besuch meiner Konzerte meistens von den Mädels ausgeht. Die mitgeschleppten Freunde oder Ehemänner fühlen sich dann in der Regel aber ganz gut unterhalten.“

Die erste Single von Seven wird hierzulande das sanfte, traurige Lied „Lisa“. Eine ungewöhnliche Wahl für den Hochsommer. „Natürlich hätte ich auch eine der funkigeren Nummern auswählen können“, sagt Jan Dettwyler. „‚Lisa’ ist jedoch der stärkste und eindringlichste Song, den ich je geschrieben habe, und deshalb genau richtig, um damit bei den Menschen einen ersten, hoffentlich bleibenden Eindruck zu hinterlassen.“

Steffen Rüth

Seven
Focused
Columbia/Sony

"Focused" von Seven bei mp3.saturn.de

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