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Newton Faulkner

Cool. Uncool. Megacool!

"Ich habe keine Lust, mich zu verbiegen, ich mache nur, was ich für richtig halte", sagt Newton Faulkner zu seinem dritten Longplayer. Er sagt es voller Stolz, wie man es von Vätern nach der Geburt ihres ersten Kindes kennt.

Faulkner darf stolz sein – nicht nur auf sein neues Album, das unter der Überschrift „Write It On Your Skin“ steht. Auf seine Karriere sowieso. Der schlaksige Akustikgitarrist begann bekanntlich als Straßenmusiker, bevor er mit seinem Major-Label-Debüt „Hand Built By Robots“ überraschend den Spitzenplatz der UK-Albumcharts eroberte.

Die britische Musikpresse feierte den Shootingstar mit den roten Dreadlocks als neuen Helden. Die Fans feierten seinen locker aus dem Handgelenk gespielten Akustikpop. Und selbst die Surf-Music-Szene entdeckte Newcomer Newton als neuen Liebling. Inzwischen hat der 27-jährige Londoner, der an der Academy of Contemporary Music bei Gitarrenmeister Eric Roche studierte, eine Achterbahnfahrt hinter sich.

„Zuerst war ich cool, dann total uncool, die Radiosender haben mein zweites Album nicht gespielt. Jetzt finden mich alle wieder cool.“ Faulkner quittiert das mit einem Lächeln. Er hat immerhin drei Millionen Alben verkauft, weltweit Konzerte gespielt, sich ein eigenes Häuschen im Osten Londons zugelegt.

Es passt zu dem eigenwilligen Selfmade- man, dass er die zwischenzeitlich von der Plattenfirma eingerichtete Facebook-Seite zunächst ignorierte. Als er sie dann doch klickte, sah er plötzlich 35.000 neue Freunde. „Ich war völlig schockiert“, sagt er heute lächelnd, „ich schrieb zurück: Tut mir so leid! Ich hatte keine Ahnung, dass ihr alle hier seid!“ Inzwischen sind es fast 200.000 und Faulkner beginnt, den Begriff Globalisierung neu zu verstehen.

Da er nicht jedem Fan antworten kann, ist Musik immer noch der beste Weg, jene zu grüßen, die seinen lässig groovenden Poptunes Gehör schenken wollen. Dafür arbeitete Faulkner für „Write It On Your Skin“ mit seinem Bruder Toby, der in London als MC und Produzent arbeitet. „Wir sind total verschieden, ich stehe auf Neil Young und Joni Mitchell, er auf Drum‘n‘bass“, erklärt Faulkner, dazu kam Phantom Planet-Bassist Sam Farrar, mit dem er seit langem befreundet ist.

„Wir ergänzen uns perfekt, Sam und ich als Songwriter und Toby, der Loops und Beats programmieren kann und den Songs damit eine Menge Atmosphäre verpasst hat.“

Das Ergebnis ist der Soundtrack des Sommers: Songs wie „Pulling Teeth“ oder „Brick By Brick“ sind Beispiele für den perfekten Crossover, der akustische Gitarre mit Elektronik verbindet, Tradition und Moderne vereint und in dieser Form derzeit einmalig ist. So klingen Songs, zu denen man am Strand tanzen möchte.

„Dafür sind sie gemacht“, findet auch Faulkner, der übrigens noch nie im Leben auf einem Board stand, so sehr ihn die Surf Community auch verehrt. Aber stolz ist er. Und übrigens nebenbei unlängst Vater seines Sohnes Beau Henry geworden.

Stefan Woldach

Newton Faulkner
Write It On Your Skin
Ugly Truth/Sony

"Write It On Your Skin" von Newton Faulkner bei mp3.saturn.de

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