Metric
Isolation und Kollaboration
"Lange schon tragen wir eine präzise Vorstellung, wie wir klingen wollen, mit uns herum", erzählt Sängerin und Tastenfrau Emily Haines. "Als die neue Platte im Kasten war, schallte beim Abhören genau diese Musik aus den Boxen.
Was war diesm al anders? Schließlich ist „Synthetica“ mittlerweile die fünfte Platte der Kanadier. „Wir haben diesmal nicht nachgedacht, was wir machen, wann oder wie wir etwas machen“, versucht Emily Haines eine Erklärung, „wir haben die Lieder passieren lassen. Ihnen dann zugehört und so war schnell klar, welche elf auf die Platte kommen.“
Beim Entwurf der Skizzen dazu hat sich Emily Haines erst einmal an den Ort zurückgezogen, an dem sie geboren wurde, nach Neu-Delhi, um in dieser bewusst gewählten Isolation kreativ zu arbeiten. „Doch dann kommt der Punkt, dann muss ich raus aus der Einsamkeit“, sagt die Sängerin, „denn ab dann entwickeln sich die Skizzen nur in der Kollaboration mit der Band weiter.“
Diese Spannung ist in den Lieder zu spüren. Metric spannen auf „Synthetica“ den musikalischen Schirm weit. Da wird bei der Single „Youth Without Youth“ ordentlich losgerockt, deutlich poppiger geht es bei „Clone“ zur Sache, während „Dreams So Real“ mit einem schwergewichtigen Synthesizer loslegt, der dann von wuchtigen Trommeln und flackernden Gitarren gefressen wird, und über allem schwebt immer Emily Haines betörende Stimme.
Insgesamt lässt sich resümieren: Metrics musikalische Verwegenheit und Intensität, die beim letzten Album ein wenig aus dem Blick geraten waren, sind zurück.
Franz X.A. Zipperer
Metric
Synthetica
PIA S/Rough Trade
"Synthetica" von Metric bei mp3.saturn.de


