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Hopeless?

Ganz normale Typen?

Frankfurts City ist voll von Anzugsträgern, die am Handy hektisch mit Millionen jonglieren. Zu ihnen zählen auch die Mitglieder von Hopeless?. Mit dem Unterschied, dass die Jungs nach Börsenschluss ihre Gitarren einstöpseln und dann heftig abrocken.

"Auf manche Leute mag diese Szene vielleicht etwas befremdlich wirken. Einige haben seit der von Kerlen aus dem Business verursachten Krise sicher auch ein wenig Abscheu oder gar Angst vor Leuten wie uns“, weiß Oliver Neumann, Bassist, Gitarrist und einer der Hauptkomponisten von Hopeless?, das Ansehen seiner Branche genau einzuschätzen.

„Das verstehe ich auch. Tatsache ist aber, dass es wie in allen Lebensbereichen auch unter Bankern solche und solche Menschen gibt. Wir sind ganz normale Typen. Wir lieben es, Musik zu machen, und hoffen, dass diese beim Publikum ankommt und ihm ebenso viel gibt wie uns selbst.“

Die Geburtsstunde der Frankfurter kam bei einer Weihnachtsfeier ihres damaligen, gemeinsamen Arbeitgebers UBS – einem der größten Geldinstitute der Welt. Neumann erzählt: „Wir wussten schon eine Weile voneinander, dass wir im Gegensatz zu den meisten unserer auf Klassik oder solches Zeug abfahrenden Kollegen auf Rockmusik stehen. Deshalb dachten wir uns, dass es doch ein cooler Gag wäre, bei der Party AC/DCs ‚Highway To Hell‘ live zu präsentieren.“

Mit Ausnahme von Neumann, der seit seiner Teenagerzeit Musik macht und mit den Metallern Flanger sogar einige Platten veröffentlicht hatte, spielten seine künftigen Bandkumpels bis dato lediglich im privaten Keller. Dennoch war ihr erster Auftritt ein Riesenerfolg. Die 2000 Angestellten und Gäste flippten aus vor Begeisterung. Eine Erfahrung, die die Herren ermunterte, in Zukunft häufiger gemeinsam das Handy gegen Gitarre, Mikro und Schlagzeug einzutauschen.

Was als Ausgleich für den Stress im Job begann, ist längst mehr geworden. Nachdem sich Hopeless? bei zahlreichen Gigs Selbstvertrauen angespielt haben, wagen sie nun den nächsten Schritt. Mit dem top produzierten, erfrischend abwechslungsreichen „Time To Play“ kommt ihr Debütalbum auf den Markt.

Alle zehn Lieder stammen aus eigener Feder und changieren zwischen eingängigem Radiorock à la Reamonn oder Snow Patrol bis zu deftigeren Stücken, die sowohl an die Foo Fighters als auch schon mal an Danko Jones denken lassen.

Die Initialidee für die meisten Songs kommt von Frontmann Mark Pohlmann. „Das geht dann oft noch in die Britpop-Richtung, so zwischen Oasis und Morrissey“, erklärt der 34-Jährige, für den Guns N‘ Roses‘ Meilenstein „Appetite For Destruction“ einst die Initialzündung in Sachen Rock’n’roll war. Grinsend fügt er hinzu „Sobald ich dann involviert bin, wird das Ganze deutlich direkter und um einiges härter.“

Wer als Fan zeitlos-erdigen Rocks in diese CD investiert, dürfte sich wohl kaum verspekulieren. Zumal Hopeless? seit ihrer ersten öffentlichen Show all ihre Gagen und Nettoeinkünfte für gute Zwecke spenden.

„Uns tut die Musik gut“, sagt Neumann. „Wir haben Spaß an dem, was wir hier machen, und sehen es als Chance, auch anderen damit zu helfen.“

Oliver Kube

Hopeless?
Time To Play
Revolver/Cargo

"Time To Play" von Hopeless? bei mp3.saturn.de

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