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Hangover 2

Fear and Loathing in Bangkok

Statt gesittetem Junggesellenabschied und stilvoller Hochzeit erwarten die Freunde auch im fernen Thailand einige Gedächtnislücken und exzessbedingte Katersorgen.

Aaus Schaden wird man klug? Aus Fehlern lernt man? Mag für viele Menschen auf dieser weiten Welt zutreffen, Stu (Ed Helms), Phil (Bradley Cooper) und Alan (Zach Galifianakis) zählen aber nicht zu dieser Mehrheit der Lernwilligen. Denn obwohl man sich gegenseitig Besserung gelobt und die ausschweifenden Ereignisse der schicksalsträchtigen Nacht in Las Vegas als einmaligen Ausrutscher verbucht hat, meint es das Schicksal nicht besonders gut mit den eigentlich gar nicht so feierwilligen Jungs.

Die bevorstehende Vermählung Stus mit seiner Verlobten Lauren (Jamie Chung) soll zumindest der Planung nach dem Ideal der Traumhochzeit nahe kommen: in tropisch paradiesischem Ambiente und im Kreis der engsten Freunde und Verwandten. Kurz: keine zügellose Intoxikationsorgie, dafür gesittetes Zelebrieren des freudigen Ereignisses.

Wenige Stunden später ist von den großen Vorsätzen nichts mehr übrig: Stu, Phil und Alan erwachen schwerst verkatert in einem schäbigen Hotelzimmer in Bangkok, Erinnerungen an die Vorkommnisse der vorangegangenen Nacht sind aus den Gedächtnissen des Trios gestrichen. Dafür prangt ein prominentes Mike Tyson-Gesichtstattoo auf Stus Schädel, Alans Haarpracht ist einer Glatze gewichen und als neuen Zimmergenosse finden die drei ein kettenrauchendes Kapuzineräffchen. Nur Teddy, Stus zukünftiger Schwager, der wenige Stunden zuvor noch mit dem Trio unterwegs war, ist spurlos verschwunden. Nicht ganz spurlos, denn zumindest sein abgetrennter Finger ist auffindbar. Stattdessen findet sich der den dreien hinlänglich bekannte Las Vegas-Gangster Leslie Chow (Ken Jeong) unerklärlicherweise in der heruntergekommenen Bleibe.

Die Marschrichtung ist klar: Teddy schnellstmöglich ausfindig machen, um zu vermeiden, der zukünftigen Braut die unerfreuliche Nachricht überbringen zu müssen, dass ihr kleiner Bruder verloren gegangen ist. Mit ordentlich Restalkohol im Blut und ohne jeglichen Anhaltspunkt eine formidable Herausforderung für die verkaterten Partyopfer.

Schon mit dem anarchischen, für amerikanische Komödienverhältnisse so gar nicht politisch korrekten Humor des ersten „Hangover“-Teils hatte Regisseur und Autor Todd Philips einen absoluten Volltreffer gelandet. Und damit gleichzeitig gezeigt, dass die sonst oft so gefürchteten R-Ratings der amerikanischen Bewertungsbehörde kein Hindernis für phänomenalen Kassenerfolg sind, sondern die Freiheit geben, auch bei derberen Gags nicht zurückstecken zu müssen. Gleichzeitig gelang es Philips damit, nach den beiden weniger erfolgreichen Komödienversuchen „Der Date Profi“ und „Starsky & Hutch“ wieder an die Klasse seiner kultisch verehrten College-Komödie „Old School“ anzuschließen. Ebenso wie diese einst Will Ferrell mit seiner Rolle als Frank The Tank zum großen Durchbruch verhalf, sind „Hangover“ und „Hangover 2“ gleichbedeutend mit Zach Galifianakis‘ Erfolgsgeschichte. Dessen Rolle des grenzverrückten Sonderlings Alan ist in beiden Teilen die tragende Säule der perfekten Buddy-Chemie innerhalb der Gruppe und sicherlich hauptverantwortlich für Galifianakis‘ kometengleichen Aufstieg zum Paradedarsteller skurriler Charaktere.

Der Erfolgsformel des ersten Teils treu bleibend und mit nur wenigen Experimenten von ihr abweichend, erweist sich „Hangover 2“ somit wenig überraschend als eine die Grenzen des guten Geschmacks mit genialen Derbheiten forsch abschreitende Humorsteigerung des ersten Teils: clever, ungezogen, aberwitzig. Als unbedingt sehenswertes Sequel, dessen großartige Absurditäten der sinful city Bangkok mehr als gerecht werden, ist „Hangover 2“ somit ein perfektes Sequel der perfekten Junggesellenkomödie.
Frank P. Kastell

Hangover 2
[USA 2011, Warner]
Regie: Todd Philips
Darsteller: Bradley Cooper, Ed Helms, Zack Galifianakis, Ken Jeong
Features: Outtakes

Fazit: geniale Fortsetzung der Partyabenteuer des durchgeknallten Chaostrios

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