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Durstlöscher

Druck im Club

Wenn Produzentin Melbeatz und Sängerin Alexandra Prince gemeinsam musikalische Brandbomben zünden, agieren sie in ihrer Funktion als Durstlöscher höchstselbst, um die Clubs des Landes mit Neuem Deutschen Elektrosound zu fluten. Verdammte Feierbiester eben.

"Heut’ fühlen wir uns phänomenal, hier kommt das Abrisspersonal. Wir sind Feierbiester!“: So heißen die beiden Ladies einen auf ihrem ersten gemeinsamen Album willkommen und geben die Richtung somit unmissverständlich vor.

„Mit Alex und mir sind einfach zwei wahnsinnig wilde Mädchen aufeinandergetroffen, die ihr Faible für feuchtfröhliches Feiern nun in ein gemeinsames Musikprojekt haben münden lassen“, freut sich Melbeatz, die man bisher vor allem als versierte Beatschmiedin für Rap-Tunes kannte. Als Taktgeberin von Durstlöscher hat sie nun hingegen eine gänzlich andere Richtung eingeschlagen, die ihr jedoch genauso gut zu Gesicht steht.

Inspiration durch ausgiebige Clubbesuche hat es trotz des Stilwechsels jedoch nicht gegeben. Ihr Sound, den Alex und Mel schlicht Neuen Deutschen Elektro (kurz: NDE) nennen, war auf einmal da.

„In unserem Hamburger Flotte Sohle-Studio ist das wie von selbst entstanden, obwohl wir die reinsten Stubenhocker waren. Aber bei Beats um die 130 bpm und ein bisschen Alkohol kann man irgendwann gar nicht mehr anders, als zu tanzen. Dementsprechend sind unsere Sessions auch regelmäßig in Studiopartys ausgeufert.“

Ursprünglich sollte das Ganze sehr minimalistisch und reduziert klingen. Harte Beats mit wenig Text. Schlichte Sprengsätze für den effektiven Clubeinsatz. „Ich habe anfangs noch wahnsinnig viel weggestrichen und rausgenommen. Ich wollte es simpel halten“, erinnert sich Mel. „Das ging so lange, bis mir selbst etwas gefehlt hat.“ Sie lacht. „Letztlich ist die Platte aber in jeder Hinsicht sehr vielschichtig geworden.“

Und das trifft nicht nur auf die Musik, sondern durchaus auch auf die Inhalte zu. Anstatt sich ausschließlich auf Tanztexte und Partythemen zu konzentrieren, geht es den Feierbiestern auch mal um die anstrengende Auseinandersetzung mit Liebeslegasthenikern, das schwierige Miteinander von Mann und Frau oder die anhaltenden Glücksgefühle beim Erhalt von Goodiebags.

Auf „Alles riskieren“ wurde das Tempo sogar mal kurzzeitig heruntergedrosselt. „Zu jedem guten Elektroalbum gehört auch eine Elektroballade“, lassen die beiden wissen, denn „ein bisschen Schnulz hat noch niemandem geschadet. Nur weil wir es laut mögen, heißt das schließlich nicht, dass wir keinen Hang zu Romantik haben. Außerdem: Jeder liebt Lovesongs!“

Und wer auf harten, tanzbaren Elektrosound steht, der wird sicherlich auch Durstlöscher etwas abgewinnen können. Doch die HipHopper brauchen deshalb keine Angst zu haben, mit Melbeatz nun ihre beste Produzentin verloren zu haben.

„Melbeatz gibt es immer noch, damit wird es weitergehen wie bisher. Und meine elektronische Durstlöscher-Seite wird auch nicht in meine Hip-Hop-Beats einfließen. Das sind zwei Paar Schuhe.“ Und mit Schuhen kennen sich die Ladies schließlich aus.

Daniel Schieferdecker

Durstlöscher
Feierbiester
Ferryhouse/Warner

"Feierbiester" von Durstlöscher bei mp3.saturn.de

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