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Cro

Schwäbisches Pandastatement

Die HipHop-Medien pfeifen es schon seit dem letzten Jahr von den Dächern ihrer Redaktionsbüros. Und der musikberichterstattende Rest folgt spätestens jetzt, denn nach Künstlern wie Materia und Casper ist Cro nun der Nächste, dem man nach einhelliger Meinung zutraut, Rap in Deutschland auf das nächste Level zu hieven.

Und zwar mit „Raop“. Das ist nicht nur der Titel von Cros sehnlichst erwartetem Debütalbum, sondern steht auch für dessen gelungene Kombination von klassischen Rap-Elementen mit ins Ohr gehenden Pop-Anleihen. Rap+Pop=Raop. Eine einfache Milchmädchenrechnung – und ein Drahtseilakt, wie er im Buche steht.

Schließlich wird in kaum einem anderen Genre das Grenzgängertum zwischen Kunst und Kommerz so kritisch beäugt wie im HipHop. Doch der 22-jährige Stuttgarter hat jenen Drahtseilakt mit Bravour gemeistert, als gäbe es nichts Einfacheres auf der Welt.

Die titelgebende Leichtigkeit, die bereits seine erste Single „Easy“ zum Überraschungshit gemacht hat, scheint der Schlaks mit der Pandamaske jedenfalls verinnerlicht zu haben. „Ich bin noch total entspannt und weiß selbst nicht, warum das so ist. Aber wer weiß – vielleicht ändert sich das noch.“

Doch wenn man ihm so gegenüber sitzt, diesem sympathischen Schwaben mit seiner naturgegebenen Entspanntheit, kann man sich kaum vorstellen, dass ihn überhaupt irgendetwas aus der Ruhe bringen kann. Der Hype im Internet um ihn könnte größer jedenfalls kaum sein. Und für den anstehenden Trubel in der realen Welt hat der Rapper bereits ein probates Mittel gefunden.

„Sobald ich die Pandamaske nicht mehr aufhabe, wenn ich nicht mehr der Rapper Cro, sondern nur noch der Mensch Carlo bin, wenn mich niemand mehr erkennt, dann schalte ich sofort ab.“ Klingt genauso einfach wie genial. Überhaupt – die Maske. In schöner Tradition von Maskenrappern wie Sido, Marsimoto oder MF Doom tritt Cro nur verschleiert auf und schürt damit den Hype um seine Person.

Dass jedoch ausgerechnet der Panda zu seinem Markenzeichen geworden ist, ist eher dem Zufall geschuldet – der possierliche Bambusbär hat ihm in einem Onlineshop einfach am besten gefallen. Aber warum überhaupt eine Maske?

„In einigen Artikeln steht, dass ich mit der Maske ursprünglich bloß mein Privatleben schützen wollte, um Stress in meinem damaligen Job als Mediendesigner bei der Stuttgarter Zeitung zu vermeiden. In anderen Texten steht, dass ich dieses Superheldenhafte dahinter cool fand – abends der Superheld mit Maske auf der Bühne, tagsüber der Normalsterbliche in der Zeitungsfabrik. Beides ist richtig.“

Dabei wäre es für seinen damaligen Arbeitgeber vermutlich gar kein Problem gewesen, dass Cro nach Feierabend zum Mikro greift. „Nun ist aus dieser Maskierung aber eben dieses Mysterium entstanden, das die Leute offensichtlich spannend finden. Und ich natürlich auch.“

Interessanterweise spielt auch im Video zum Song „Alles auf die 303“ der beiden Stuttgarter Michi Beck und DJ Thomilla, die kürzlich als Turntablerocker eine neue Platte veröffentlicht haben, ein Panda eine tragende Rolle. Der Panda scheint das Rössle als schwäbisches Wahrzeichen also mittlerweile abgelöst zu haben.

Daniel Schieferdecker

Cro
Raop
Chimperator/Groove Attack

"Raop" von Cro bei mp3.saturn.de

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